In Schlamm baden – gesund oder einfach nur eklig?

Ob gesund oder eklig, im Schlamm zu baden wird nicht für jedermann etwas sein. Für manche hört sich das zuerst komisch an und man weiß nicht, für was dies gut sein soll. Aber was viele nicht wissen ist, dass das Schlammbaden für therapeutische Zwecke und zur Linderung von rheumatischen Beschwerden, sowie bei Gicht zu gebrauchen ist. Diese speziellen Bäder wirken heilsam auf Knochen, Nerven und Gelenke. Gerade für Menschen, die viel Stress haben, bietet das Schlammbad eine tiefe sinnliche Erfahrung und entspannt. Der Schlamm wirkt beruhigend und entzündungshemmend auf die Muskeln.

 

So ein Bad dauert in der Regel eine knappe Stunde. Besonders eine Entspannungsmassage ist nach dem Schlammbad sehr wohltuend. Doch nicht nur für das Innere unseres Körpers ist das Schlammbad gut. Es dient auch zur Schönheitspflege, denn es steckt voller Mineralien wie Silizium, Kalzium und Natrium, die die Haut pflegen und das Bindegewebe festigen. Der Schlamm hat auch die Kraft dem Körper schädliche Säuren zu entziehen. Am besten ist warmer Schlamm. Er öffnet die Poren, kurbelt die Durchblutung an und ist zwischen 38 und 40 Grad Celsius wohlig-warm. Ein klassisches Lehmbad ist im Vergleich dazu mit seinen circa 28 Grad eher kühl. Durch die eigene Körperwärme wird er nach ungefähr 5 Minuten wärmer und erreicht so ein gemütliches Wärmeniveau. Durch den leichten und angenehmen Druck des Schlammes wirkt er ähnlich wie Kompressionsstrümpfe und stärkt somit die Venen, sodass sich die Beine nach dem Bad ganz leicht anfühlen. Wer in ein Schlammbad eintaucht, fühlt sich darin meistens pudelwohl.

 

Die Vollbäder werden in Wellness- und Gesundheitshotels bzw. Kurhäusern, aber auch in Thermen und Beauty-Zentren angeboten. Hier findet man die Anwendungen mit Kreide-, Moor-, Heilerde-, und Meeresschlamm. Um mit Schlamm Ihrer Haut was Gutes zu tun, müssen Sie nicht unbedingt in eine Einrichtung gehen, sondern können auch bequem von Zuhause den Schlamm aus einer Packung, gekauft in einer Apotheke oder einer Drogerie, auftragen. Hier wird das Pulver erst mit Wasser angerührt und dann gleichmäßig zwei Zentimeter dick auf die gewünschten Körperpartien aufgetragen. Umhüllt mit einem alten Handtuch lassen Sie ihn eine Stunde lang einwirken. Die Behandlung sollte und kann man mehrmals wiederholen.

 

Auch das Stadtwappen von Baden Baden verewigte die Badewannen gefüllt mit Schlamm eines Bauern der nach den schweren Kriegsjahren 1946 der Öffentlichkeit seine beiden Badewannen inklusive Schlamm zur Verfügung stellte. Die Stadt wurde zu einem weltbekannten Schlammbadeort.

Fazit ist: Im Schlamm zu baden ist innerlich, sowie äußerlich sehr gesund für uns, und man sollte dieses Erlebnis unbedingt mal ausprobieren.